Katze entspannt; Bild von Hilde Maartje Thiele, Ahima Yogaschule Friedberg

Aus Leere entsteht Freiraum

Zuerst ist da viel leerer Raum: Unsere Katze ist gestorben, sie war schon alt, und jetzt ist sie in unseren Gedanken noch da, aber wenn wir schauen, war es nur eine Erinnerung. Der automatische Blick, ob das Katzenklo sauber ist, trifft ins Leere. Der fürsorgliche Gedanke nach einem langen Tag: schnell nach Hause zur Katze! – diesen Gedanken lassen wir gleich wieder los.

Dabei merke ich aber auch die angenehmen Seiten: mehr Zeit, weniger „Denken an“. Aus den leeren Räumen werden nach und nach freie Räume, die ich nun neu füllen kann. Vielleicht auch irgendwann wieder mit einer Katze …

Eine Yogini macht einmal im Jahr eine Woche Urlaub ganz für sich, dann nimmt sie sich Zeit zum Lesen und tut, worauf sie Lust hat. Zwei andere fahren – unabhängig voneinander – zum Schweigewochenende ins Kloster Engelthal.

Allein im Urlaub – ist das nicht langweilig? Nichts sagen dürfen – ist das nicht einseitig?

Diese Fragen kommen aus der Perspektive des Verzichts, also der Leere.Aber aus der vielleicht anfänglichen Leere und Stille entstehen neue Räume. Wie jemand nach der Yogastunde sagte: „Ich habe schon lange nicht mehr so bewusst nichts getan!“

Unser Leben ist meistens gut gefüllt, wir nutzen jede Sekunde, es passiert immer etwas. Und es muss auch immer etwas passieren. Viele Menschen können einen "leeren" Moment nicht mehr aushalten - zum Glück gibt es dann das Smartphone.

Doch so, wie Computer und Smartphone sich manchmal aufhängen oder langsamer werden, hat die übermäßige Fülle auch Folgen bei uns. Wir werden fahrig, ungeduldig, unkonzentriert, müde, angespannt. Regelmäßig die Aktivität bewusst zu reduzieren, die Leere zu beobachten und sie aushalten - daraus entsteht Freiraum. Und mich macht es glücklich, diesen Freiraum wieder bewusst zu füllen. Oder einfach leer zu lassen.

 

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